Roadtrip durch Holland

aus Kurztrips

Mit dem Bulli unterwegs

Nachdem wir in den vergangenen Jahren auf dem Weg zum eigenen Wohnmobil etliche Mobilheime getestet haben, reifte in meinem Mann der Wunsch, mal einen VW Bulli auszuprobieren. Gesagt, getan. Unsere Bulli-Erfahrung verbanden wir mit einem Besuch in den Niederlanden. Den ersten Halt legten wir in Amsterdam ein. Ein Abstecher nach Domburg inklusive Strandspaziergang und ein Stopp in Roermond inklusive Shoppingmarathon rundeten unseren fünftägigen Roadtrip durch Holland ab.

Tag 1: Amsterdam

Unser durch Coronamaßnahmen beeinträchtigter Städtetrip nach Amsterdam schrie förmlich nach Wiederholung, konnten wir doch einige Unternehmungen nicht machen. Umso besser, dass wir von Amsterdam schwer begeistert waren, so dass wir die niederländischen Metropole sehr gerne als Haltepunkt in unserem Roadtrip durch Holland aufnahmen.  

Erster Halt: Tankstelle

Um 8 Uhr morgens nahmen wir unseren Miet-Bulli mit Aufstelldach in Empfang. Erster Eindruck: Ok, das ist in der Tat übersichtlich. Das Beladen ging natürlich deutlich schneller als üblich vonstatten, so dass wir schon gegen 10 Uhr in Richtung Holland aufbrachen. Die Miet-Fahrzeuge unseres Verleihers werden „leer“ übernommen und abgegeben, das heißt, wir mussten erstmal volltanken. Unser erster Halt war also die nächstgelegene Tankstelle. Noch keine 500 Meter gefahren und schon waren wir 110€ los. Diesel für 1,59€? Frechheit. Der Ärger über den hohen Preis verflog übrigens kurz hinter der Grenze. Hier lag der Diesel bei 1,71€! 

Radtour nach Amsterdam

Wir erreichten Amsterdam am frühen Nachmittag. Kurz erkundeten wir den zu dieser Jahreszeit recht mäßig belegten Campingplatz unserer Wahl und machten uns dann auf den Weg in die Stadt. Obwohl das Wetter ziemlich wechselhaft war, entschieden wir uns, die gut 10 Kilometer ins Stadtzentrum mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die gut ausgebaute, aber langweilige Strecke zog sich wie Kaugummi. Nach 45 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht. Wir waren „ohne Plan“ unterwegs und haben uns bis in die Abendstunden durch die Gassen und entlang der Grachten treiben lassen.

Unter anderem besuchten wir den berühmten Albert-Cuyp-Markt, der mit über 200 Verkaufsständen der größte Freiluftmarkt der Niederlande ist. Von Lebensmitteln über Bücher und Kleidung bis hin zu Möbeln gibt es alles zu kaufen, was das Herz begehrt. Wir stellten allerdings nicht zum ersten Mal fest: Märkte dieser Art sind nicht so unser Ding. Es wird doch auch recht viel Ramsch angeboten. Voll unser Ding waren hingegen die zahlreichen Essstände. Wir genehmigten uns erstmal eine Portion Kibbeling – sehr lecker und ein guter kulinarischer Einstieg für unseren Aufenthalt in den Niederlanden.

Erste Nacht im Aufstelldach

Als die Dämmerung einsetzte, traten wir den Rückweg an. Ohne es zu wissen, bewiesen wir bei der Wahl des Zeitpunkts ein glückliches Händchen. Wir waren keine zehn Minuten „zuhause“, da schüttete es wie aus Eimern. War eigentlich kein Regen mehr angesagt: Glück gehabt!

Wir sind schon total gespannt auf unsere Nacht im Aufstelldach…

Kleine Bulli-Kunde

Oben links: Die Liegefläche im Aufstelldach.

Oben rechts: Blick von der Liegefläche ins Cockpit.

Unten links: Beim Bettenbeziehen muss man gelenkig sein.

Unten rechts: Die Betten sind gemacht, die Liegefläche samt Bettzeug ist hochgeklappt. Drunter kann man dann stehen.

Tag 2: Amsterdam

Tja, wie war sie nun unsere erste Nacht im Aufstelldach? Vor allem eines: eng.😉
Es dauerte etwas, bis jeder für sich die richtige Liegeposition gefunden hatte. Zu weit nach unten gerutscht, kam man mit den Füßen an die ziemlich kalte Karosserie. Zu weit nach oben (Richtung Fahrzeugfront) gerutscht, konnte man sein Kissen eine Etage tiefer einsammeln. Viel dicker und größer als wir sollte man für das Aufstelldach im Bulli also lieber nicht sein.
Trotz einstelliger Temperaturen war uns erstaunlicherweise nicht zu kalt. Allerdings waren die Seitenwände des Aufstelldachs morgens auch von innen ziemlich feucht vom Tau. Die Seitenwände sind aus so einer Art dicker Zeltplane. Insgesamt war die Nacht aber völlig ok.

Museumsbesuche und Stadtbummel

Am zweiten Tag nutzten wir die nahegelegene Metrostation, um ins Zentrum von Amsterdam zu gelangen. Schon gegen 8.30 Uhr machten wir uns auf den Weg, denn wir hatten bereits im Vorfeld frühe Zeitfenster für die Besuche des Moco-Museums und des Rijksmuseums reserviert. Im Moco-Museum gibt es vor allem zeitgenössische Kunst und Streetart zu sehen, zum Beispiel von Künstlern wie Banksy, Keith Haring, Jeff Koons, Damien Hirst und viele mehr.

Im Rijksmuseum kann man auf vier Etagen in 80 Sälen bedeutsame Gemälde und Kunstwerke bestaunen. Das Hauptaugenmerk liegt auf niederländischen Künstlern wie Rembrandt, Van Gogh und Vermeer. In diesem Museum kann man wahrscheinlich mehrere Tage verbringen, wenn man sich alles genau anschauen möchte. Wir hatten uns die kostenlose App des Rijksmuseums heruntergeladen und ließen uns mittels Audioguide etwa zwei Stunden lang durch die Highlights führen, unter anderem Rembrandts Nachtwache oder Vermeers Milchmagd. Gut gemacht, die App; ein tolles Angebot.

Den restlichen Tag bummelten wir wieder durch die Stadt. In „De 9 Stratjes“ hat es uns besonders gut gefallen. Abseits der großen Einkaufsstraßen und Shoppingcenter in denen jedes Geschäft gleich aussieht und denselben Schund anbietet, gibt es in besagten neun Straßen zwischen Prinsengracht und Singel eine große Auswahl individueller Erzeugnisse in originellen Boutiquen, Pop-up-Stores und Secondhand-Shops. Gemütliche Cafés runden das positive Bild ab.

Tag 3: Domburg

Ein Tag am Meer

Der Nebel hing tief über den nassen Wiesen des Campingplatzes in Amsterdam, während wir das Mobil abreisefertig machten. Bei so einem kleinen Fahrzeug ist man damit natürlich deutlich schneller. Dach einklappen, Fahrräder aufschnallen – fertig und weiter geht die Reise.

Durch gleichermaßen dichten wie hartnäckigen Nebel fuhren wir Kilometer um Kilometer in Richtung Küste. Als wir nach gut zwei Stunden Fahrtzeit in Zeeland ankamen, hatte die Sonne es endlich geschafft, sich durch die dicke Nebelsuppe zu kämpfen. Hallo Domburg!

Unser Programm für heute haben wir gewissenhaft Punkt für Punkt abgehakt:

Tag 4: Roermond

Seenlandschaft statt Meer

Mit den friedlichen Eindrücken dieses wunderschönen Sonnenuntergangs und der nächtlichen Ruhe auf dem Campingplatz in Domburg waren wir am nächsten Morgen schon früh ausgeruht erwacht. Wir nutzten die Zeit vor unserer Abfahrt, um noch einmal an den Strand zu gehen, der zu dieser Uhrzeit fast menschenleer war.
Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrt erreichten wir Roermond, den letzten Halt unseres kleinen Roadtrips. Same procedure as every Ankunft auf einem neuen Campingplatz: Einrichten, Umgebung und Sanitäranlagen checken. Der kleine, aber nette Campingplatz mit direktem Zugang zum Wasser liegt inmitten der „Maasplassen“ (Maas-Seen). Die Maas-Seen bilden rund um die Gegend von Roermond auf knapp 3000 Hektar eine beeindruckende Seenlandschaft mit größeren und kleineren Gewässern. Einigermaßen zufrieden mit der Wahl unseres Platzes setzten wir uns zu Fuß in Bewegung und erreichten nach etwa 15 Minuten das ortsansässige Outlet-Center. Shoppingtime. 

Tag 5: Roermond

Denkmalgeschütztes Stadtzentrum

Roermond besteht natürlich nicht nur aus dem bekannten Outlet-Center, sondern hat eine historische Innenstadt zu bieten: Das gesamte Stadtzentrum steht unter Denkmalschutz. Zahlreiche kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés findet man dort natürlich auch. Wir unternahmen einen kurzen Bummel durch die Innenstadt, welche wir vom Campingplatz aus nach etwa 15 Minuten zu Fuß erreichten. Trotz der frühen Stunde war in Roermond rund um den Rathausplatz schon einiges los: Samstag = Markttag. 

Fazit

Ein langes Wochenende in Holland geht immer – sogar mit Bulli. Auch wenn der Campervan als Kaufobjekt nicht für uns in Frage kommt, wusste er für diesen Kurztrip durchaus zu überzeugen. Unser kleiner Roadtrip durch Holland führte uns von der niederländischen Metropole Amsterdam über das Küstenstädtchen Domburg bis nach Roermond, der Stadt, die mehr zu bieten hat, als das Outlet-Center.