Unterwegs zwischen Alpen und Adria – Tag 7

aus Unterwegs zwischen Alpen und Adria 2023

Wandern auf dem Soča-Trail, Teil 2

Ein früher Bus brachte uns zur Soča-Quelle bzw. so nah dran wie möglich. Die letzte halbe Stunde gingen wir bergauf; die letzten 100 Meter mussten wir sogar über einen Klettersteig bewältigen, der nicht von schlechten Eltern war. Sehr schmal, an der Bergseite ein Seil zum Festhalten und zur Talseite ging’s ordentlich runter.

Klettern bis zur Soča-Quelle

Hurraaa – auf die Wettervorhersage war Verlass. Die Regenwolken hatten sich weitestgehend verzogen. Bei gutem Wetter stand heute also Teil 2 der gestrigen Wanderung auf dem Plan.

Die wandermäßig größte Herausforderung wartete gleich zu Beginn. Das letzte Stück bis zur Soča-Quelle hatte es wirklich in sich. Wir meisterten diesen waghalsigen Teil, indem wir uns teilweise mit beiden Händen ans Seil klammerten. 🤣 Dafür gab es aber auch schöne Ausblicke bzw. den Blick in die Höhle, in der die Soča entspringt.

Unterwegs auf dem schmalen Klettersteig zur Soča-Quelle
Unterwegs auf dem schmalen Klettersteig zur Soča-Quelle

Schreck des Tages

Auf gleichem Weg ging’s zurück. Alles kein Problem, wenn man einigermaßen trittsicher ist, das richtige Schuhwerk trägt und eine gute Portion Grundvertrauen für die Verankerungsstifte im Felsen aufbringt. An der ein oder anderen Stelle war der Weg so schmal, dass zwar jeweils mindestens ein Fuß den Boden berührte, der Körper aber zum größten Teil über dem „Nichts“ hing.

Kurz darauf dann der Schreck des Tages. Auf einem schmalen, fast gerade verlaufenden Wegstück parallel zur Straße stolperte ich (vermutlich über einen Stein, der seitlich in meinen Laufweg ragte). Elegant wie eine Bahnschranke schlug ich der Länge nach hin. Leider bekam ich mit den Händen nichts zu fassen, was den Sturz hätte abmildern können und so bremste ich stilvoll mit dem Gesicht.🙈
Ergebnis: ein beachtlicher Cut auf der Nase, mehrere Schrammen im Gesicht, ein schmerzender Kiefer, eine schmerzende Rippe, ein dickes Knie und eine verbogene Sonnenbrille. Hat sich auf jeden Fall gelohnt… Nach einer kurzen Bestandsaufnahme setzten wir die Wanderung fort. Schließlich hatten wir noch 17 von 19 Kilometern vor uns.🤣

Und diese Wanderung war einfach toll. Die Tour durch den Triglav-Nationalpark war sehr abwechslungsreich. Dichte Wälder, karstige Felsen, grüne Wiesen – einzige Konstante war die Soča, die wir zwar an einigen Stellen nicht sehen, deren Rauschen wir aber immer hören konnten. Das in Strudeln fließende Wasser hat im Lauf der Zeit markante Formationen entstehen lassen. Entlang des Wegs bestaunten wir zwei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten, die kleinen und die großen Soča-Tröge (Schluchten). Der ein oder andere Wanderer soll hier in diesem Naturparadies schon Schlangen, Wölfe oder gar Bären gesichtet haben. Unsere tierische Begegnung beschränkte sich auf ein paar weidende Schafe.

Der Weg war insgesamt recht anspruchsvoll, denn er führte nicht nur stetig aufwärts oder abwärts, sondern dabei über Geröll, hohe Wurzeln und anderes unwegsame Gelände. Wir überquerten unzählige wackelige Hängebrücken, bei denen teilweise ein paar Bretter morsch waren oder ganz fehlten. Der deutsche TÜV bekäme sicher Schnappatmung.

Ziemlich kaputt, aber glücklich erreichten wir nach gut 19 anstrengenden Kilometern unseren Campingplatz.

Die Bilder des Tages

Die Soča-Quelle und Umgebung.
Die Soča-Quelle und Umgebung.
So sahen weite Teile des „normalen“ Wegs aus.
So sahen weite Teile des „normalen“ Wegs aus.
Verschiedene Landschaften entlang des Wegs.
Verschiedene Landschaften entlang des Wegs.
Die Soca, der Smaragdfluss.
Die Soča, der Smaragdfluss.

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