Viva España 2025 – Tag 5

aus Viva España 2025

Bardenas Reales – Europas wüstenhafte Überraschung

Mitten in Navarra, südöstlich von Tudela, liegt eine Landschaft, die man in Europa kaum erwartet: die Bardenas Reales. Auf knapp 42.000 Hektar erstreckt sich eine Halbwüste voller bizarrer Felsformationen, tiefer Canyons und steiler Hügel – fast wie eine Mondlandschaft. Kein Wunder, dass die UNESCO die Region 2000 zum Weltbiosphärenreservat erklärte.  

Die Zufahrt zu den Bardenas Reales erfolgt über die NA-134 bei Arguedas. Vor Ort folgt man einfach der Beschilderung zum Naturpark. Direkt am Eingang befindet sich das Besucherzentrum, in dem man kostenlos Karten und Informationsmaterial bekommt und sich über aktuelle Hinweise oder mögliche Sperrungen informieren kann.

Das Besucherzentrum selbst hat feste Öffnungszeiten, der Naturpark ist jedoch auch außerhalb dieser Zeiten zugänglich. Zu beachten ist: Gefahren werden darf ausschließlich auf den ausgewiesenen Schotterpisten, Übernachten ist nicht erlaubt. Der Zugang ist täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang möglich und kostenlos.

Faszinierende Felsformationen

Wind, Wasser und Regen haben hier über Jahrtausende Sandstein, Lehm und Kreide geformt, darunter die berühmten „Castillos“, Felsen, die wie Burgruinen wirken. Trotz der kargen Landschaft ist hier erstaunlich viel Leben zu finden: Adler ziehen ihre Kreise, Geier segeln über die Felsen, und auch botanisch gibt es einiges zu entdecken.

Das ist nicht der Wilde Westen,
sondern der Norden Spaniens.
Es gibt so viele faszinierende Felsformationen!
Hauptattraktion der Bardenas Reales: der Castildetierra.

Angeberwissen: Filmfans aufgepasst: Szenen für „Game of Thrones“ und James Bond entstanden genau hier. Wir finden, hier könnte man auch gut einen Western drehen…

Wir fuhren die etwa 32 Kilometer lange, freigegebene Route mit dem Mobil ab und waren froh, dass es am Vortag stark geregnet hatte, sonst würden wir vermutlich noch jahrelang Wüstensand in irgendwelchen Ritzen unseres Fahrzeugs finden. 

Wir sind völlig fasziniert, was Zeit, Wind und Wasser so alles erschaffen können. Und es ist nicht einmal viel los hier! Wir würden nicht so weit gehen, die Bardenas Reales als „Geheimtipp“ zu bezeichnen, aber in den ersten Stunden sind uns nicht viele andere Fahrzeuge begegnet. 

Dass auf dem Gelände dieses Naturparadieses eine Militärbasis liegt, inklusive Übungsflügen mit Bombenabwürfen und Sperrgebieten, wirkt auf uns dagegen ziemlich surreal. Aber hey – wir haben an diesem Tag so viel bestaunt, dagegen war diese Information dann doch nur eine Randnotiz.

Einzigartig und dabei nicht
überlaufen. Die Bardenas Reales
sind auf jeden Fall eine Reise wert.

Zum Abschluss: Arguedas

Bevor wir unseren Ausflug endgültig beendeten, schauten wir noch im nahegelegenen Arguedas vorbei. Das kleine Städtchen ist für seine Höhlenwohnungen bekannt, die in die weichen Sandsteinfelsen oberhalb des Ortes gegraben wurden. Bis in die 1960er-Jahre waren sie tatsächlich noch bewohnt. Heute sind die ungewöhnlichen Behausungen ein Stück Ortsgeschichte und werden am Abend sogar beleuchtet.

Leider war der Zugang bei unserer Ankunft gesperrt und wir konnten sie nur aus der Entfernung betrachten. 

Nach den spektakulären Landschaften der Bardenas Reales war das noch einmal ein ganz anderer, aber durchaus spannender Abschluss unseres Ausflugs.

Die Höhlenwohnungen von Arguedas sind
unseres Erachtens auch noch einen Halt wert.

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